Testosteron und Haare
Haarwuchs und Haarwuchshemmung
Testosteron lässt Körperhaare wachsen, sorgt aber auch dafür, dass die Haare auf dem Kopf ausfallen. Das ist ein Widerspruch in sich, der sich wie folgt erklären lässt: Für den männlichen Haarausfall ist häufig das Testosteron-Abbauprodukt Dihydrotestosteron (DHT) verantwortlich. Hormone werden in unserem Körper durch Enzyme abgebaut. Auch Testosteron durchläuft diesen Prozess und dabei entsteht das DHT – auch ein Hormon, das allerdings häufig mit den Haarwurzeln in der Kopfhaut auf Kriegsfuß steht.
Schuld am Kahlschlag auf Männerhäuptern ist deshalb häufig die androgenetische Alopezie, also der erblich bedingte Haarausfall – rund jeder zweite Mann leidet darunter, häufig beginnt das Ausdünnen der Haare bereits ab dem 20. Lebensjahr.
Erblich bedingt ist dieser deshalb, weil nicht jede Haarwurzel empfindlich auf das DHT reagiert – es gibt schließlich genügend Männer mit dichtem Haupthaar. Ist die DHT-Empfindlichkeit aber genetisch vorprogrammiert und wird genügend DHT aus Testosteron gebildet, dann führt das zuerst dazu, dass die Haarwurzeln verkleinert werden, die Haare früher ausfallen, bis letztendlich kein Haar mehr nachwächst. Es gibt Medikamente, die diesen Prozess verzögern können, die müssen jedoch verabreicht werden, bevor die Haarwurzel verkümmert ist.
Gegen den erblich bedingten Haarausfall ist leider noch kein Kraut gewachsen. Es gibt jedoch Medikamente (zum Beispiel Finasterid Propecia®), die den DHT-Spiegel in den Haarwurzeln senken können. Ob das allerdings langfristig tatsächlich gegen den Kahlschlag hilft, ist fragwürdig.
Von dem hormonell bedingten Haarausfall sind auch Frauen betroffen. Da sie wesentlich weniger Testosteron produzieren, kommt dieser allerdings auch seltener vor. Experten schätzen, dass circa zehn Prozent der Frauen aufgrund eines Testosteronüberschusses an Haarausfall leiden.
Zuviel Testosteron kann sich bei Frauen aber auch negativ auf die übrige Körperbehaarung auswirken. Die Haare wachsen vermehrt und dicht nach dem männlichen Behaarungsmuster. In diesem Fall spricht man von Hirsutismus, der medizinisch behandelt werden muss, da die vermehrte Hormonproduktion auch krankhafte Ursachen haben kann.
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4 Kommentare
Liste veröffentlicht am 13.08.2011
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