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Richard Fosbury

Richard Fosbury

Der Revolutionär

Die Geschichte des Richard "Dick" Fosbury ist zu gut. Zu gut selbst für Hollywood, wo Sportlerkarrieren und Selfmade-Man-Storys gerne nacherzählt werden. Denn Fosburys Geschichte kennt keine Brüche, keine Kompromisse, keine Unschärfen. Sie hat nichts Falsches, sie ist pur und sie ist einfach: Er hat an sich geglaubt und so die bewundernswerteste Leistung der Leichtathletikgeschichte und die größte technische Revolution der Sporthistorie zustande gebracht.

Beginnen wir im Jahr 1967: Der Student Fosbury zählt zwar zum weiteren Kreis des US-amerikanischen Hochsprungnachwuchses, seine Bestleistung von 2,10 Metern reicht aber nicht für die Spitzenklasse. Hochspringen, das heißt Straddle. Abgesehen vom überholten Scherensprung ist das die einzig logische Technik: Man läuft seitlich an und wälzt sich, Schwungbein voraus, mit dem Bauch um die Latte herum.

Fosbury kommt mit dem komplizierten Straddle nicht zurecht und hat plötzlich eine Idee: Er springt "rückwärts", also mit dem Rücken voraus, über die Latte. Dazu bedarf es eines geradezu absurden Anlaufs: Er muss im Bogen anlaufen und sich kurz vor dem Absprung wieder ein wenig von der Matte entfernen, um den Rücken frontal über die Latte schlängeln zu können.

Fosbury kommt mit seiner Erfindung gut klar und trainiert diesen Stil. Sein Vereinstrainer prophezeit ihm ebenso wie der Cheftrainer der US-Leichtathleten, dass er sich bestenfalls lächerlich mache und schlechteren Falls sogar das Genick breche. Fosbury macht weiter. 1968, nach ersten Erfolgen im Winter, verbessert er sich auf 2,21 Meter und qualifiziert sich als Dritter der US-Trials für Olympia. Trotzdem hören die Spottreden von Konkurrenten, Trainern und sonstigen Fachleuten nicht auf.

In Mexiko dann die Sensation: Mit 2,24 Metern wird er Olympiasieger und scheitert hauchdünn an der Weltrekordhöhe von 2,29 Metern. Unmittelbar nach seinem Olympiasieg fragt ihn ein Reporter, wie der neue Sprungstil heiße. Fosbury erinnert sich an die hämische Zeile einer kleinen Zeitung: "Fosbury flops over the bar" - Fosbury plumpst über die Latte. Also antwortet er: "Der Sprung heißt Fosbury-Flop."

Für den 21-Jährigen ist der olympische Triumph Bestätigung genug: Er beendet den Leistungssport und kümmert sich um sein Studium der Vermessungstechnik. Glamour und Reichtum interessieren ihn nicht. Als er dem Flop ein Potenzial von 2,40 Metern Höhe zuschreibt, lächeln die Experten wieder mitleidig. Heute liegt der Weltrekord bei 2,45 Meter - gesprungen, wie alle Rekorde seit Jahrzehnten, im Stil des Dick Fosbury. Hochspringen, das heißt jetzt Flop.

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Liste veröffentlicht am 25.08.2011

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