Heide Rosendahl
Königin von München
Bei den Olympischen Spielen 1972 in München lastete ein großer Druck auf Heide Rosendahl. Vier Jahre zuvor in Mexiko hatte sie im Weitsprung und im Mehrkampf zu den Favoritinnen gezählt, konnte aber wegen einer Verletzung nicht ernsthaft um Medaillen kämpfen. In München sollte nun endlich ihre Stunde schlagen.
Im Weitsprung gelang der damaligen Weltrekordhalterin (6,84 Meter) gleich im ersten Versuch ein Satz auf 6,77 Meter. In einem aufregenden Duell näherte sich die Bulgarin Diana Yorgova dieser Weite bis auf einen Zentimeter, doch am Ende feierte Rosendahl ihren ersten Olympiasieg.
Tags darauf begann dann der Olympische Mehrkampf, damals noch aus nur fünf Disziplinen bestehend. Auch hier war die 25-Jährige Favoritin, auch hier wurde es eng: Nachdem sie den Hochsprung aber komplett versemmelt hatte - 1,65 Meter! -, hatte Rosendahl keine ernsthaften Siegchancen mehr.
Doch durch einen wirklich überragenden 200-Meter-Lauf am Schlusstag kam sie bis auf lächerliche zehn Punkte an die Britin Mary Peters heran, die einen neuen Weltrekord aufstellen musste, um Heide Rosendahl zu schlagen. Eine Woche später dann der dritte Akt der Rosendahl-Festspiele: In der 4x100-Meter-Staffel hielt sie als Schlussläuferin die weltbeste Sprinterin Renate Stecher (DDR) auf Distanz und sicherte dem bundesdeutschen Quartett die Goldmedaille.
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Liste veröffentlicht am 29.08.2011
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