Kunst
Han van Meegeren (1889-1947)
Rachefeldzug gegen Kritiker
Der Niederländer war von Beruf Restaurator, Maler und Kunsthändler. Offiziell war Han von Meegeren ein guter, aber kein bedeutender Maler. Dafür aber war er ein genialer Kunstfälscher.
Er konnte zwar von seiner Malerei nicht schlecht leben, die Kritiker verloren aber kaum ein gutes Wort über ihn. Sie warfen ihm vor, dass seine Bilder nur Nachahmungen seien und er nicht das Talent zu einer eigenen schöpferischen Leistung hätte. Eben diesen Kritikern wollte er schlichtweg eins auswischen.
Van Meegeren nahm sich vor, nicht nur im Stil der alten Meister zu malen, sondern sie so gut zu kopieren, dass die Kunstkritiker die Gemälde als echt identifizieren würden. Kaum war der Gedanke gefasst, begann sein Rachefeldzug.
Sechs lange Jahre der allergründlichsten Vorbereitung folgten. Meegeren studierte in den Jahren 1932-1937 Biografien der alten Meister, vertiefte sich in die Maltechniken und Materialien, die sie in ihrer Zeit benutzt haben, wie etwa besondere Dachshaarpinsel, Bindemittel und Farben.
Es stellte sich als außerordentlich schwierig heraus, die alten Farbpigmente aufzutreiben. Echtes Lapislazuli-Blau kostete ihn 12.000 Gulden - ein wahres Vermögen.
Der Maler erfand Methoden, die den chemischen Tests zur Prüfung der Echtheit von 1930 standhielten. Danach erst fing Van Meegeren an zu fälschen. Er arbeitete an "neuen, noch unentdeckten" Gemälden von Franz Hals, Pieter de Hooch, Gerad ter Borch und Jan Vermeer.
Die fertigen Bilder trocknete er in einem Ofen bei ca. 100 bis 120°C. Anschließend spannte er sie um einen Zylinder, damit die für alte Gemälde typischen Risse entstanden.
Seine Mühe machte sich bezahlt. Die Fälschungen van Meegerens schafften es bis ins Metropolitan Museum of Art, in die Berliner Gemälde Galerie oder ins Museum Boijmans von Beuningen. Selbst Hermann Göring erwarb eine seiner Fälschungen.
Seine Bilder hingen zwischen niederländischen Meisterwerken und wurden von den Museen stolz als Highlights präsentiert. Und van Meegeren wurde reich dabei.
Erst 1945 flog alles durch einen Bucheintrag seines Kunsthändlers auf. Um zu beweisen, dass die Fälschungen von ihm selbst stammten, malte er in der Untersuchungshaft unter Zeugen einen weiteren Vermeer. Er starb kurz darauf im Gefängnis und wurde als Held gefeiert.
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Die 10 genialsten Kunstfälscher im Überblick
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- 02 Abraham Wolfgang Küfner (1760-1817)
- 03 Han van Meegeren (1889-1947)
- 04 Lothar Malskat (1913-1988)
- 05 Familie Greenhalgh (aktiv bis 2009)
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- 07 Tom Keating (1917-1984)
- 08 Edgar Mrugalla (geb. 1938)
- 09 Konrad Paul Kujau (1938-2000)
- 10 Eric Hebborn (1934-1996)
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Liste veröffentlicht am 04.04.2010
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