Die 10 wichtigsten Zertifikate für nachhaltigen Tourismus
Weltanschauung kommt von Welt anschauen, heißt es. Die Reisefreiheit ist seit 1948 ein Menschenrecht. Doch wer sich die Welt anschaut, hinterlässt nicht selten Spuren, die Natur und Klima nachhaltig belasten. Wir fliegen heute rund um den Globus - um zu studieren und zu arbeiten, um Verwandte, Freunde und Bekannte zu besuchen oder "nur", um seltene Naturschauspiele, fremde Landschaften oder Trend-Metropolen mit den eigenen Augen zu bewundern. Der Hin- und Rückflug einer Person von Berlin nach Los Angeles (USA) mit Zwischenstopp in Paris verursacht zum Beispiel 6.620 Kilogramm CO2 (Quelle: TFI 2005). Zum Vergleich: Ein Kühlschrank verbucht bei einjährigem Betrieb etwa 100 Kilogramm des Treibhausgases auf seiner Klimabilanz.
Doch was ist schon ein einzelner Flug? 900 Millionen Flugreisen pro Jahr zählt man inzwischen! Der Tourismus ist laut Experten für zwölf Prozent der globalen Emissionen verantwortlich. Gut zu wissen: Insbesondere Fernreisende wandeln auf großem CO2-Fußabdruck durch die Welt.
Nachhaltiges und faires, ökokorrektes und sozialverträgliches Reisen wird von vielen Reiseveranstaltern angeboten, doch nicht alles, was vollmundig und werbeträchtig als "grün" angepriesen wird, ist tatsächlich umweltfreundlich und klimagerecht. Von sozioökonomischen Aspekten ganz zu schweigen.
Verbraucher orientieren sich deshalb bei der Wahl ihrer Reiseziele und Transportmittel an Umweltsiegeln, von denen es mittlerweile jedoch auch schon mehr als 100 gibt. Da fragt man sich zu Recht: Welchen Zeichen kann man vertrauen und welche dienen nur der positiven Selbstdarstellung, ohne tatsächlich ökologische Aspekte zu garantieren? Verbraucherschützer warnen regelmäßig vor "Greenwashing", auch in der Tourismusbranche, und empfehlen nur ganz bestimmte Öko-Siegel.
Die folgenden zehn Zeichen für nachhaltigen Tourismus sind unter anderem von der Bundesregierung, von Verbraucherschützern wie Stiftung Warentest und von fairunterwegs.org als glaubwürdig empfohlen und bieten daher eine Orientierungshilfe für umweltbewusst Reisende. Weitere Zertifikate findet man unter label-online.de.
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Die 10 wichtigsten Zertifikate für nachhaltigen Tourismus im Überblick
- 01 Green Globe
- 02 EMAS
- 03 Biosphere Responsible Tourism
- 04 Viabono
- 05 Blaue Schwalbe
- 06 EcoTrophea
- 07 European Ecolabel
- 08 CSR certified tourism
- 09 Die BIO-Hotels
- 10 Green Key
2 Kommentare
Liste veröffentlicht am 11.07.2012
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Kommentare zu wichtigsten Zertifikate für nachhaltigen Tourismus
lohas zu EMAS
EMAS ist eine Zertifizierung, die bei Gebäuden ansetzt (Energie, Wasser, Abfall, Reinigung, Küche, Umweltbildung, Beschaffung etc.).
Es ist gut, unabhängig (Träger kein gewinnorientiertes Unternehmen, Kriterien entwickelt ein Konsumentenschutzverband, Prüfung auf EInhaltung der Kriterien durch unabhängige Prüfer), ist aber nicht wirklich für den Tourismus. Es gibt eine Handvoll Tourismusbetriebe, aber Ziel sind private und öffentliche Unternehmen.
Tourismusbetriebe setzen nicht auf EMAS, weil der Kosten/Nutzen für das Marketing nicht gut ist. Niemand investiert in ein umfangreiches Umweltprogramm, das kommunikativ nicht gut nutzbar ist. Effizienter (Profit!) sind 2-3 Kriterien, die bekannt und populär sind, schreit es überall in die Welt hinaus und tut aufgrund der Unwissenheit der Konsumenten so, als ob man ein Heiliger wäre. Das ist gang und gäbe, fürs Marketing genauso effektiv, weil die Freiheit im Einkauf etc. weniger beschnitten, es kostet weniger etc.
Stichwort "Greenwashing"
(30.07.2012 um 15:37) Antwort schreiben
lohas zu Green Globe
ich finde es schade, dass staatliche Umweltzeichen nicht, (zB.: Österreichisches Umweltzeichen) sowie das EU Umweltzeichen weit hinten im Ranking liegen. Schließlich erkenne ich bei den anderen nicht, dass sie unabhängig sind (vgl. Gewinnorientierung als Gefahr für starke Kriterien) und ob ein Life Cycle Assessement durchgeführt wird (Betrachtung des Produktes/der Dienstleistung über den Lebenszyklus) und dieser mit Kriterien versehen wird.
Das Ranking für mich ist eines, das nicht objektiv ist, denn die Transparenz von hard facts (Gewaltentrennung Lizenznehmer, zertifizierende Behörde und Prüfer) ist bei den meisten nicht vorhanden.
Vertrauen muss man also, was sie sagen… Wer aber sicher gehen möchte kommt um ein transparent arbeitendes Umweltgütesiegel nicht herum.
Und dass Fair Trade immer wieder als Umweltaspekt angeführt wird ist mE ein Kardinalsfehler. Es geht nur um Soziale Aspekte. In der Regel kommen diese Produkte von weit her (umweltfreundlich=regional).
(30.07.2012 um 15:21) Antwort schreiben