Die 10 besten Gründe für eine Hausgeburt

  • Melanie B. Weber
     
  • Von
    Dozentin für Kunst/-erziehung und -geschichte sowie Japankunde, Texterin, Autorin
Früher war das normal: Das Kind wird zu Hause mithilfe einer Hebamme zur Welt gebracht, in die Klinik ging es nur im Notfall. Heute ist die Hausgeburt eher ein Auslaufmodell - zu Unrecht

Seit den 1950er-Jahren sind Hausgeburten in Deutschland kontinuierlich weniger geworden. Ein wesentlicher Grund dafür: Seit 1968 werden die Kosten für die Geburt von den Krankenkassen übernommen. Erst in den letzten Jahren entscheiden sich wieder mehr Frauen dafür, ihre Kinder zu Hause zur Welt zu bringen - in der vertrauten Umgebung, mit dem Ehemann und/oder einer Hebamme dabei und ohne panische Fahrten in irgendeine Klinik. Das ergibt durchaus Sinn, denn eine Geburt ist keine Krankheit.

Krankenhäuser sind für Kranke da - zumindest sind sie ursprünglich entstanden, um kranken Menschen Zugang zu medizinischer Versorgung zu bieten und ihnen den Alltag zu erleichtern. Daneben dienten die Spitäler der Seucheneindämmung und der Seelsorge bei unheilbar Kranken. Warum der moderne Mensch nun ausgerechnet die Geburt seiner Kinder in ein Krankenhaus verlegt, darf durchaus hinterfragt werden. Denn weder Schwangerschaft noch Geburt sind Krankheiten, ansteckend oder erfordern zwingend ärztliche Betreuung.

Die Krankenkassen übernahmen in den späten 1960ern die Kosten für Geburten in Kliniken, um so jeder Frau eine ruhige Geburt in einer hygienischen Umgebung zu ermöglichen. Das war in der Nachkriegszeit auch durchaus sinnvoll, um das Überleben von Mutter und Kind zu sichern. Aber diese Zeiten sind vorbei. In den meisten Haushalten geht es heute ähnlich hygienisch - oder hygienischer - zu als in Krankenhäusern. Deshalb stellt sich die Frage, ob der Aufwand einer Klinikgeburt wirklich immer gerechtfertigt ist.

Denn immerhin liegt die Rate der (ungeplanten) Kaiserschnitte bei Klinikgeburten ungleich höher als bei den Hausgeburten. In der Klinik werden auch mehr Schmerzmittel verabreicht, Wehentropf und andere Hilfsmittel kommen sehr viel öfter zum Einsatz … Ist das wirklich immer alles nötig, oder gehört es einfach zum "Service" einer Klinikgeburt dazu (der den Krankenkassen dann gerne berechnet wird).

Jeder Frau bleibt es natürlich selbst überlassen zu entscheiden, wo sie gebären möchte. Aber das sollte eine informierte Entscheidung sein. Aus diesem Grund werden in dieser Liste zehn Gründe aufgeführt, die für eine Hausgeburt sprechen - ganz sachlich.

Wer sich ausführlicher informieren möchte, kann das im Internet tun. Die Seite Privatgeburt bietet eine Übersicht über alles Wichtige sowie Literaturhinweise. Ein Qualitätsbericht über die Arbeit außerklinisch arbeitender Hebammen der letzten Jahre steht hier zur Verfügung. Und auch der Deutsche Hebammen Verband e. V. stellt auf seiner Internetseite umfassende Informationen zur Verfügung. Der entscheidende Vorteil dieser Seiten: Sie sind weniger emotional aufgeladen als so mancher Zeitungsartikel zu diesem Thema.

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10 Kommentare
Liste veröffentlicht am 11.10.2011

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Kommentare zu besten Gründe für eine Hausgeburt

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    Kritiker der Elche

    @RDler (12.10.2011): Also die Sache mit dem Durchlauferhitzer stimmt so einfach NICHT!

    Es betrifft nur Warmwasserbereiter, bei denen vorgewärmtes Wasser längere Zeit steht. Bei dieser Temperatur werden die Keime dann erst richtig munter, und etwas Zeit zur Vermehrung mögen sie auch.

    Bei normalen Durchlauferhitzern wird das Wasser auf knallige Temperatur gebracht und ggfs. an der Armatur mit kaltem Wasser gemischt.

    Dies mal so zur Information für jemanden, der andere mit dem Ausdruck "Halbwissen" belegt.
    (29.05.2012 um 13:44) Antwort schreiben

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    Silke

    Hallo RDler,

    ich bin Hebamme und erkläre Dir, dass Klinikgeburten nur in dem Fall Sinn machen, wenn im Vorfeld Komplikationen zu erwarten sind.
    Man geht ja auch sonst nicht präventiv in die Klinik, oder?
    Und zu deinem Keimargument... also ich habe lieber meine Hauskeime um mich als meinem Körper unbekannte Klinikkeime. Wenn ichs mir raussuchen könnte hätte ich lieber Salmonellen als MRSA... ;-)
    Im Ernst, in diesem Punkt hätte auf der Liste auch einfach nur stehen können: "Deutlich geringere Anzahl unterschiedlicher Keime" und fertig. Aber das wäre Dir sicherlich auch sauer aufgestoßen. ;-)

    Und wo ist das "gefährliche Halbwissen"? Ich habs jetzt nicht gefunden...

    Gruß,
    Silke

    (22.05.2012 um 00:46) Antwort schreiben

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    natürliche Person zu Keine Ortswechsel

    @RDler: BULLSHIT !!!!
    (18.03.2012 um 23:21) Antwort schreiben

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    Brabbelmam

    Ich bin eine Dreifach mami und habe alle arten von klinik bis geburtshausgeburten hinter mir.
    Ich empfand meine erste geburt vot 8 jahren als hölle denn das krankenhaus hatte an dem abend so viel zu tun das man mich in ein untersuchungszimmer verfrachtet hat und ich meinen Sohn auf einer untersuchungsliege zur welt bringen musste.

    Meine Tochter kam vor 4 jahren in einem Geburtshaus zur welt, einfach wunderschön, ruhig nur ich mein freund nd die hebammen.

    aber am schönsten war die hasugeburt letztes Jahr. Zuhause ists am schönsten. direkt danach ab ins bett kuscheln ist tausend mal schöner als krankenhausbetten. und der klinikstress bleibt dann auch komplett aus.


    (29.02.2012 um 20:49) Antwort schreiben

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    Nie wieder anders...

    Ich bin dreifacher Hausgeburstvater, darunter sind auch unsere Zwillinge und ich kann daher nicht über die Krankenhausgeburten sprechen. Ich kann aber sagen, dass es für mich das natürlichste der Welt war, meine Frau bei der Geburt zuhause zu unterstützen.
    Sie war während beider Schwangerschaften immer gesund und sah -auch dank der Betreuung durch kompetente Hebammen - nie einen Grund, sich in ein Krankenhaus zu begeben. Die selbstbestimmte Art, ind er sie zuhause mitentscheiden durfte, was und wo es passiert, hat sicher mit geholfen, dass unsere drei Kinder einen sehr gelungenen Start ins Leben hatten.
    Was für mich bei der Liste noch fehlt, ist, dass Hausgeburten viel billiger für das Gesundheitssystem sind, da sie deutlich weniger kosten (ich höre schon die Unkenrufe, dass doch bei Notfällen... ich kenne unter den vielen Hausgeburten in unserem Bekanntenkreis nur EINEN Fall, der im Krankenhaus "endete": eine gebärende Hebamme, die schon VOR der Geburt entschied, doch ins KH:zu gehen.
    (26.02.2012 um 07:36) Antwort schreiben

  • Hier der Hinweis auf eine aktuelle, wissenschaftlich sehr gut gemachte Studie: Verglichen werden Geburtshausgeburten und Klinikgeburten.
    http://bmjopen.bmj.com/content/1/2/e000262.full?sid=50eb9077-715a-4286-8d10-e9eaa6f60d57
    (09.11.2011 um 09:00) Antwort schreiben

  • profile

    Nora Ipsen zu Ruhe bei der Geburt

    Psychologisch gesehen nimmt die Angst der Mütter mit zunehmendem Alter zu sprich je älter die werdende Mama, desto größer das Sicherheitsbedürfnis und die Wahl einer Krankenhausgeburt. Ich kann bestätigen, daß die Angst-und Schmerzensschreie anderer Mütter mich deutlich in meiner eigenen Geburtsarbeit beeinträchtigt haben, nicht desto trotz würde ich wieder in KH gehen. Bin eben zu alt.....
    (20.10.2011 um 16:06) Antwort schreiben

  • profile

    QM

    Eine Hausgeburt ist eine schöne Sache, wenn alles in Ordnung ist und man sich das zutraut. Und es könnten sich bestimmt mehr Frauen zutrauen. Warum tun sie das nicht? Dem Krankenhaus nur Abfertigung vorzuwerfen, finde ich gelinde gesagt unverschämt denen gegenüber, die sich dort um die Gebärende kümmern und es gibt Jobs die weniger nervenaufreibend und körperlich anstrengend sind und besser bezahlt werden. Die Hebammen in Klinik sind genauso daran interessiert gesunde Mütter und Kinder nach Hause zu entlassen wie die Hausgeburtshebamme. Wenn man sich aber ansieht, wie viele Frauen sich selbst und ihren Körper nicht kennen (wollen) und dringend das 5-Sterne -Sorglos-Paket in einer Klinik wünschen, muss man sich doch mal fragen, warum diese Kliniken so wie sie sind entstanden. Ich kann nicht alle Gründe aus der Liste nachvollziehen, aber vielleicht musstene s einfach 10 werden. Aber ich kann jeder Frau eine Hausgeburt empfehlen, die das für sich wünscht.
    (15.10.2011 um 12:13) Antwort schreiben

  • profile

    MR zu Keine medizinischen Eingriffe

    @RDler: Klar sollte es Mutter und Kind während der Geburt gut gehen, aber vielleicht spricht gerade dieser Punkt für eine Hausgeburt? Ich habe in einem Krankenhaus entbunden und möchte jedem weiteren Kind eine solche "normale" Krhs- Geburt ersparen. Ich möchte nicht nochmal
    - das meine Fruchtblase aus welchen Gründen auch immer gesprengt wird, danach befindet sich das Kind nicht mehr in seiner sterilen Umgebung, wodurch es natürlich zu einer Infektion hätte kommen können.
    - mein Kind mit "Wut" rausDRÜCKEN; Hallo! Ich freue mich auf mein Kind, warum um Himmels willen soll ich wütend sein? Nur weil´s schneller gehen soll, damit das Personal schneller die nächste abfertigen kann?
    ...
    Antibiotikaresistenz und Infektionen hängen eng zusammen und da Frauen an das Bakterienmilieu ihrer Familie gewöhnt sind und geburtshilfliche Eingriffe bei einer HG nicht vorgenommen werden, kommt es gewöhnlich nicht zum eindringen schädlicher Keime.
    Eine Geburt braucht kein medizinisches Ereignis zu sein!!
    (13.10.2011 um 15:21) Antwort schreiben

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    RDler zu Keine multiresistenten Krankenhauskeime

    Als jemand aus dem Gesundheitswesen wurde mir leicht mulmig beim Lesen dieser Liste. Nicht nur, dass mir bisher jede (!) Hebamme, die ich getroffen habe, erklärte, dass Klinikgeburten das erste Mittel der Wahl sein sollten und Hausgeburten nur in dem Fall, dass es Mutter und Tochter während der Geburt gut ging, auch der Punkt acht stößt mir sauer auf:
    GERADE Salmonellen und Legionellen kommen gerne auch mal in Privathaushalten vor, letztere, zugegenermaßen, dank moderner Wassererhitzer seltener, aber auch nur, wenn keine Durchlauferhitzer verwendet werden. Ist dann aber egal, ob KH oder Privathaushalt.
    Und MRSA ist stark abhängig vom Krankenhaus, einfach informieren, wie hoch die Quote in dem KH ist... Meine Erfahrung zeigt, dass bspw. gerade die Hamburger Krankenhäuser sehr schnell und effizient diese Keime isoliert bekommen, Problem sind hier eher die Pflegeheime.

    Sorry, in dieser Liste wird Halbwissen verteilt, teilweise gefährliches!
    (12.10.2011 um 09:05) Antwort schreiben

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